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Minimalismus in der Fotografie. Und: brich die Regeln.
1.615 mal gesehen | 29. November 2019 | Stefan Gerlach | Blog | Personenfotografie

Minimalismus in der Fotografie. Und: brich die Regeln.



Kreativität zähle ich schon zu meinen Stärken. Sehe mich eher als Kreativer/Künstler und nicht so sehr als Fotograf. Trotzdem merke ich über die Jahre, dass man Fotos - gleich ob Landschaftsbilder oder Menschen - immer wieder nach dem gleichen Schema macht.

Das Licht muss da hin, Goldener Schnitt und so weiter. Outdoor nicht direkt in die Sonne und ausgefressene Bereiche vermeiden. Das ist oftmals auch richtig, aber Regeln sind nun mal da um gebrochen zu werden. Und heute war so ein Tag. Daher gibt es heute auch einen Artikel zur Personenfotografie und nicht zu Landschaftsfotos.

Begrenze dich. Probiere Minimalismus

Mein Kollege Sascha war so freundlich sich als Modell zur Verfügung zu stellen und mich damit zu unterstützen. Danke noch mal an dieser Stelle. Wir sind also heute Früh los und ich habe mich mit dem Ziel auf den Weg gemacht, etwas Streetfotografie zu betreiben und zwar mit dem, was uns in den nächsten 500 Meter so zur Verfügung steht. Das ist oft mehr, als man vorher denken mag. Dazu habe ich lediglich meine Kamera und die 50mm Festbrennweite mit dabei gehabt. Mit Minimalismus das Optimum heraus holen. Das Bild oben, mein absolutes Lieblingsbild von heute, ist bei einem Abstand von ca. 50cm mit eben 50mm durch einen Maschendrahtzaun entstanden. Sascha schaut dabei direkt zur Sonne und im Hintergrund ist ein Parkplatz und ein paar Bäume. Fotografiert habe ich hier mit einer Blende 2.0 und 1/2000 Belichtungszeit, ISO 100.

Direkt in Richtung der Sonne zu schauen bedeutet dann zum einen, Regeln zu brechen und zum anderen auch einen sehr natürlichen Gesichtsausdruck zu erhalten. Eben wie wenn jemand Richtung Sonne schaut. Stichwort Authentizität. Ich mag das Bild absolut, auch wenn hier das Gesicht nicht gleichmäßig ausgeleuchtet ist. Nein, gerade deswegen. Mit dem Zaun im Vordergrund habe ich ja sogar dafür gesorgt.

Sascha fotografiert auch, wie das nächste Bild zeigt. Hierbei wollte ich ihn begleiten und ein paar Bilder machen. Eine Art Dokumentation, wenn man so möchte. An dieser Stelle wollte ich schon sehr lang fotografieren, diese abgeplatzte Steinmauer finde ich klasse. Auch bei diesem Bild habe ich wieder einen Vordergrund geschaffen und durch die Blätter fotografiert. Wieder mit offener Blende, damit sind die Blätter natürlich schön unscharf und stören das Bild nicht. Blende 2.0 und 1/180 Belichtungszeit, ISO 100

Beim dritten Bild haben wir eine Gegenlichtsituation geschaffen. Somit habe ich direkt in Richtung Sonne fotografiert. Dabei habe ich drauf geachtet Lens-Flares zu erhalten. Die Schärfe ist bei diesem Bild leider etwas schwach, aber das stört mich nicht weiter. Stichwort "über den Tellerrand schauen - Regeln brechen". Fotografiert mit Blende 2.0 und 1/500 Belichtungszeit, ISO 100

Warum Schwarz/Weiß?

Ich habe heute einige Dinge anders gemacht als sonst. Modells sind bei mir zu 99% weiblich, ich nehme gern reichlich Equipment mit, ich fotografiere an Orten die ich mir vorher angesehen habe und ich mache selten S/W Bilder. Also heute einfach mal alles anders. Und ich mochte beide Versionen. Auch in Farbe mit einer entsprechenden Bearbeitung haben sie mir sehr gut gefallen!

Mein Fazit und ebenfalls Rat an alle: Einfach machen.

Abschließend möchte ich sagen, die Ergebnisse gefallen mir richtig gut. Nichts war geplant, wenig Equipment, gute Laune, schönes Wetter. Ich muss das öfter machen! Und mein Tipp an dich: Mach das auch! Gehe raus, fotografiere und denke nicht zu viel nach!



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