Wildtierfotografie in Deutschland
Wie du wilde Tiere in der Natur fotografieren kannst.

Wildlife Fotografie

Wildlife Fotografie ist so viel mehr als nur das Foto. Es ist das wochenlange warten auf den einen Moment. Und ja, die vielen Enttäuschungen gehören ebenso dazu, wie die zu kalten Tage, die vielen Mücken, die nassen Füße oder die schmerzenden Beine. Aber die tollen Momente "alleine" mit dem Tier, Auge in Auge oder als Beobachter der natürlichen Verhaltensweisen, entschädigen wieder.

Tiere in der freien Natur zu fotografieren (auch unter dem englischen Wort Wildlife Photography bekannt) ist was einzigartiges. Beim Nebel im Morgengrauen, den Sonnenaufgang genießen und den Tieren zu lauschen. Als Wildlife Photographer an Ort und Stelle zu verweilen und die Natur wahrzunehmen. Das ist, um was es bei der Wildlife- und Naturfotografie geht. Wildlife Fotografie ist Erlebnis, Abenteuer und Erholung zugleich.

Tipps für deine Wildlife-Fotografie

Die Wildlife-Fotografie ist wirklich faszinierend, aber auch herausfordernd. Mit Geduld, der richtigen Fotoausrüstung und etwas Know-how kannst du tolle Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum festhalten und ihre Schönheit für immer bewahren. Nutze folgende Tipps für deine Fotos.

Jungfuchs im Rapsfeld kommt auf mich zu 05/2020

In aller Kürze zusammengefasst: Bei der Wildlife-Fotografie ist Geduld das A und O. Du musst dich gut vorbereiten und die richtige Ausrüstung haben, wie zum Beispiel eine (lautlose) Kamera mit einem Teleobjektiv. Tarnung und Nähe zum Tier sind wichtig, aber vergiss nicht, die Natur zu respektieren und die Tiere nicht zu stören.

Sei geduldig und ruhig, achte auf Belichtung und Bildgestaltung.

Vorbereitung ist (fast) alles:

Befasse dich vor der Wildtierfotografie mit dem Thema, dem Vorgehen, den Möglichkeiten. Das machst du gerade, daher - hier schon mal ein Haken dran.

Bevor du dich auf die Suche nach deinem Motiv begibst, ist es wichtig, dich gründlich vorzubereiten. Informiere dich über die Tiere, die du fotografieren möchtest. Lies Bücher, beobachte sie in freier Wildbahn und lerne ihre Verhaltensweisen kennen.

So kannst du ihre Bewegungen besser vorhersagen und musst dich nicht während du die Tiere fotografieren möchtest, noch die Verhaltensweise lernen. Du hast Zeit, dich auf den perfekten Moment vorzubereiten.

Tiere finden

Um Tiere zu finden, hast du im vorigen Schritt schon eine Menge getan. Wenn du dich mit den Tieren beschäftigst, lernst du sie und Ihre Verhaltensweisen kennen. Nebenbei natürlich auch die Orte, an denen sie sich aufhalten.

Recherchiere online, frage Einheimische oder besuche Nationalparks und Naturschutzgebiete, um die besten Orte für deine Wildlife Photography zu finden. Berücksichtige dabei die Jahreszeit, die Tageszeit und die Aktivitätsphasen der Tiere.

Die richtige Ausrüstung für die Wildlife-Fotografie

Für die Wildlife-Fotografie benötigst du eine gute Kamera mit einem Teleobjektiv (mindestens 300 mm Brennweite) und ein Stativ oder Bohnensack. Ein Tarnanzug und Fernglas können hilfreich sein, um die Tiere ungestört zu beobachten und zu fotografieren.

Das wäre so eine Standard-Empfehlung. Doch eigentlich kann ich doch nicht wissen, was du benötigst. Denn ich weiß nicht mal, was du genau fotografieren willst. Ich kann nur raten, nehme nicht zu viel mit. Beschränke dich auf das Nötigste.

Klar kannst du einen riesen Rucksack mitnehmen und alles reinstopfen was du hast, in meinen Augen ist aber nur folgende Ausrüstung wirklich notwendig:

  • lautlose Kamera
  • möglichst lange Brennweite
  • unauffällige Kleidung
  • Freude und viel Geduld

Tarnung in der Wildlife-Fotografie

Tarnung in der Wildlife Photography ist ein Thema, über das sich stundenlang quatschen lässt. Meine Meinung: Es kommt einfach auf das Tier- und auch auf die Gegebenheiten vor Ort an. Bei einigen Tieren (Reh, Fuchs, Hasen) musst du nicht zwingend getarnt sein, bei anderen widerrum (Vögel) geht es ohne Tarnung bzw. Versteck überhaupt nicht.

Ich habe vier Arten der Vorgehensweisen. Von der einfachen Bekleidung, über die Tarnkleidung und Tarnversteck bis hin zum Tarnzelt. Diese nutze ich in den folgenden Situationen:

Normale, unauffälige Kleidung nutze ich:

  • zum normalen Spaziergang mit meiner Kamera
  • für Beobachtungstouren zum Beispiel für Fuchs und Reh
  • zum Fotografieren von Fuchs, Hasen und Rehen (je nach Gegebenheiten vor Ort)

Tarnkleidung/Tarnversteck nutze ich:

  • zum Fotografieren von Fuchs, Hasen und Rehen (je nach Gegebenheiten vor Ort)
  • zum Fotografieren am See für Schwäne, Kormorane, Biber und Nutria

Tarnzelt nutze ich:

  • zum Fotografieren von Vögeln aller Art (Singvögel, Seeadler, Bussarde, etc.)

Der Wildtierfotograf im Gebüsch in seinem Tarnversteck, findest du ihn?

Nähe in der Wildtierfotografie

Nähe ist fast alles. Viele tollen Wildtieraufnahmen sind mit hohen Brennweiten und einer beeindruckenden Nähe entstanden. Das bedeutet: Wenn du die Möglichkeit hast, eine lange Brennweite einzusetzen, nutze sie. Brennweiten mit 600, 800, 1200 oder mehr machen die Fotos ganz Besonders.

Doch auch die physische Nähe ist entscheident. Einfach nur eine lange Linse wird nicht reichen. Die Kombination aus beiden, macht deine Bilder zum echten Hingucker.

Geduld und Ruhe:

Wildtiere sind scheu und es kann einige Zeit dauern, bis sie sich dir nähern. Das weißt du ja aber bereits, da du dich vorher mit den Tieren beschäftigt hast, richtig? :)

Sei geduldig und warte auf den richtigen Moment, um ein Foto zu machen. Vermeide plötzliche Bewegungen und laute Geräusche, um die Tiere nicht zu erschrecken.

Belichtung und Bildgestaltung:

Achte auf die richtige Belichtung deiner Fotos, da Wildtiere sich oft in schwierigen Lichtverhältnissen befinden. Stelle die Belichtung deiner Kamera manuell ein. Wähle den Bildausschnitt sorgfältig aus und achte auf den Hintergrund und die Komposition deines Bildes.

Nach der Aufnahme:

Jetzt beweise deine Leidenschaft für die Wildlife-Fotografie. Entferne dich nach den Aufnahmen nicht sofort und ruckartig aus deiner Position, sondern verweile noch etwas und vor allem verschrecke die Tiere nicht.

Feldhase fotografiert im September 2023

Verantwortung und Respekt:

Vergiss nie, dass du dich in der Natur als Gast bewegst. Respektiere die Tiere und ihren Lebensraum. Störe sie niemals und hinterlasse keine Spuren.

Natur zu respektieren bedeutet für mich, die Tier- und die Pflanzenwelt so wenig wie möglich einzuschränken, oder sonst zu beeinflussen. Mit der Wildlife Fotografie geht auch eine hohe Verantwortung einher und für mich sind Themen wie Tiere nicht stören, Abstand zu Bruthöhlen, Fluchtwege zu gewähren und vieles, vieles mehr - selbstverständlich. Auch wildlebende Tiere anzufüttern ist für mich ein absolutes No-Go.

Definition Wildlife-Fotograf oder auch Wildtierfotograf

Für mich die Definition Wildlife-Fotografie eindeutig. Der Wildlife Fotograf, auch Wildlife Photographer genannt, betreibt die Form der Fotografie, die ausschließlich natürlichen Lebensraum, bzw. natürliches Leben der Tier- und Pflanzenwelt zeigt.

In Zoos oder in sonstigen, nicht natürlichen Lebensräumen, fotgorafierten Tiere sind kein Teil der Wildlife-Fotografie und werden von Wildtierfotografen nicht ausgeführt.

Mit diesen Tipps und etwas Übung gelingen dir beeindruckende Fotos von Wildtieren, die deine Erinnerungen an diese besonderen Momente für immer bewahren werden.



Tipps im Blog

In meingem Blog habe ich einige weitere Anregungen, Tipps und Tricks zur Tierfotografie zusammengestellt mit denen du Hilfe zur Vorgehensweise bei den verschiedneen Tieren bekommst.

Hasen fotografieren, Rehe fotografieren, Fuchs fotografieren, Eisvogel fotografieren, Hirsche fotografieren.

Wildlife-Fotografie Blog



Häufige Fragen



Welche Kamera für Wildtierfotografie?
Eine bestimmte Kamera (Modell oder Marke) braucht es nicht für die Tierfotografie. Deine Kamera sollte die Möglichkeit für Wechselobjektive besitzen, damit du dort variieren kannst. Ansonsten, alles was halbwegs modern ist. Ich würde heute zu einer spiegellosen Kamera für die Wildtierfotografie raten, da der Spiegel beim Auslösen das ein oder andere Tier verschreckt.

Was für ein Objektiv für Tierfotografie?
Es kommt darauf an, welche Tiere du (wo und wie) fotografieren möchtest. Das Objektiv (voerst unabhängig der Brennweite) sollte schön scharf abbilden und (wenn du magst) einen schöne Schärfentiefe. Wenn du flexibel sein möchtest, wähle ein Zoom-Objektiv. Wenn du die maximale Qualität willst, nehme eine Festbrennweite.

Welche Brennweite für wilde Tiere?
Je nachdem, wo du die Gelegenheit hast Fotos zu machen, ist es empfehlenswert, mindestens 150mm Brennweite mitzunehmen. Große nicht so scheue Tiere, kannst du natürlich mit weniger Brennweite fotografieren, scheue (und vielleicht auch noch kleine) Tiere eher mit 600mm oder mehr. Du kannst natürlich auch mit Weitwinkelobjektiven tolle Bilder von wilden Tieren machen. Die Fragen sind: Wie weit kommst du an das Motiv ran und was für Bilder möchtest du machen.

Hirschbock fotografiert im September 2021

Welche Blende bei Tierfotografie?
Wenn du dich für Bilder interessierst, die einen schönen Unschärfebereich im Hintergrund aufweisen (Bokeh), dann solltest du eine möglichst offene Blende wählen. Je nach Objektiv und Brennweite liegt dieser in anderen Bereichen. Ich nutze häufig das Tamron 150-600mm, hier ist die Offenblende bei f5 (150mm) bzw. f6,3 (600m)

Welche Belichtungszeit bei Tieren?
Am besten die Belichtungszeit so kurz wie möglich, mindestens 1/500 Sekunde und kürzer, da Tiere sich sehr schnell bewegen. Das gilt allerdings nur, wenn du keine Bewegungsunschärfe im Bild haben möchtest. Um so kürzer die Belichtungszeit desto "eingefrorener" das Bild, was du machst. Willst du hingegen "verwischte" Bewegungen im Bild, dann experimentiere mit längeren Belichtungszeiten.

Wie werde ich Tierfotografin?
Der Fotograf und somit auch der Tierfotograf ist kein geschützer Beruf, trotzdem gibt es die Möglichkeit sich ausbilden zu lassen. Das ist meist in Fotostudios der Fall. Du kannst dich aber auch ohne Ausbildung als Tierfotografin oder Tierfotograf selbstständig machen. Was du dazu brauchst und wie man in der Wildlife Fotografie vorgeht, beschreibe ich in meinem Blog.

Kann man von Tierfotografie leben?
Sicher. Ist das einfach? Sicher nicht. Ich habe hierzu einen Beitrag geschrieben, der sich mit diesem Thema befasst. Dort geht es zwar um die Landschaftsfotografie, das Prinzip und die Möglichkeiten sind aber die selben: Mit der Fotografie Geld verdienen

Was bedeuten Wildtierfotografie, Wildlife-Fotografie und Wildlife Photography?
Diese Begriffe beschreiben alle das Fotografieren von Tieren in der freien Natur. Ebenso werden die Begriffe Wildlife-Fotograf, Wildtierfotograf und Wildlife-Photographyer synonym verwendet.



Wildtierfotografie erfordert Geduld

Nur wer sich Zeit nimmt, kommt auch zu guten Fotos und wunderbaren Begegnungen.

Wenn du dir Zeit nimmst und dich mal 30 Minuten ruhig an den Rand eines Feldes setzt, kannst du Rehe, Hasen, Füchse oder diverse Vögel in Deutschland beobachten und fotografieren. Damit die Tiere sich nicht nur zeigen, sondern auch näher zu dir kommen, ist entweder Glück, Zufall oder sehr viel Geduld erforderlich.

Wildtierfotografie ist natürlich mit Aufwand verbunden. Wer sich also mit der Wildlife-Fotografie befassen möchte, braucht Zeit, Geduld und Ruhe. Zudem muss man raus gehen. Das ist klar. Aber ich meine immer wieder. Einmal die Woche vor die Tür zu gehen wird nicht ausreichen um gute Fotos von Tieren zu machen.

Starte am besten direkt vor deiner Haustür. Entweder hast du einen eigenen Garten in dem du beginnst Vögel zu beobachten, oder du hast Felder, Wiesen und Wälder vor der Tür. Dann gehe raus. Immer wieder. In Ruhe. Beobachte das Verhalten der Tiere und nehme irgendwann deine Kamera mit. Mehr Informationen zum Fotografieren von Tieren (Haustiere, Tierpark) findest du hier: Tierfotografie

Reh mit Kitz auf einer Wiese



Wildtierfotogalerie

Hier einige Bilder aus meiner Wildtierfotografie, alle Bilder kannst du in der Wildlife-Galerie sehen.

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Neuntöter
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Möwe mit Seestern
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Teichrohrsänger
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Biene Low Key
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Schafstelze
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